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Konfliktfähigkeit heißt: Konstruktive Kritik richtig nutzen und Feedback zielführend formulieren.

Konstruktive Kritik richtig nutzen und Feedback zielführend formulieren!

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​​Fällt Dir das Kritisieren anderer leichter, als konstruktive Kritik (Feedback) selbst anzunehmen? Dabei ist Kritik - oder ein Feedbackgespräch - eine sehr förderliche Methode für die eigene charakterliche Entwicklung und somit auch für funktionierende Beziehungen. Feedback kann aber auch nach hinten losgehen. Die eigene Kritikfähigkeit spielt hierbei eine ganz wesentliche Rolle.

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​Doch was ist Kritikfähigkeit eigentlich? Wie äußern wir konstruktive Kritik ohne zu verletzen und wie gehen wir mit ​Feedback am besten um? Wir verraten es Dir in diesem Beitrag!

​​​Was bedeutet Kritikfähigkeit?

Kritikfähigkeit ist eine persönliche Eigenschaft. Sie definiert einerseits unsere Fähigkeit, sowohl positive als auch negative Kritik von anderen anzunehmen, sie zu reflektieren und nutzbringend zu verarbeiten. Anderseits beschreibt sie das eigene Vermögen, ​Feedback sachlich und konstruktiv zu äußern.

Kritik ist immer unangenehm

​Von anderen kritisiert zu werden empfinden wir doch im Grunde immer als unschön. Vielleicht liegt es daran, dass wir die Kritik an der eigenen Person oft als persönlichen Angriff werten?

Denn Kritik an den eigenen Verhaltensweisen oder Äußerlichkeiten kratzt jedes Mal am Ego und mindert manchmal schlagartig unser Selbstwertgefühl. Aber woran liegt es, dass wir das eigene Fehlverhalten oder unsere Schwachstellen nicht von anderen aufgezeigt bekommen wollen?

Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Oftmals ist es die Angst oder Scham:

  • ​​​​vor einem drohenden "Gesichtsverlust"
  • ​"erwischt" zu werden
  • ​sich einen Fehler eingestehen zu müssen
  • ​in irgendeiner Weise "schlechter" als andere zu sein
  • ​auch künftig "zu versagen"

In der Folge nehmen viele Menschen eine Verteidigunsposition ein und beginnen sich und ihr Verhalten zu rechtfertigen. Sie fühlen sich ungerecht behandelt, verlangen eindeutige Beweise, machen die äußeren Umstände verantwortlich oder suchen direkt nach anderen Schuldigen.

​​Konstruktive Kritik als echte Chance begreifen

Dabei kann Kritik, in Form einer ehrlichen und konstruktiven Rückmeldung (Feedback), wirklich hilfreich sein. Schließlich erhalten wir wichtige Hinweise darüber, wie wir von anderen wahrgenommen werden.

​​Der Mut, sich selbst von anderen kritisch einschätzen zu lassen, ist enorm wertvoll für die Entwicklung eines authentischen und gefestigten Charakters!

​Konstruktive Kritik ermöglicht es, unsere Selbstwahrnehmung​ mit der Wahrnehmung anderer abzugleichen. Dadurch wird sie zu einem Ausgangspunkt für Veränderungen und somit zu einer echten Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln.

​​Feedback: Der Blick in den Spiegel

​​Der Begriff "Feedback" - engl. für "Rückmeldung" oder "Rückinformation" - wird schon fast inflationär benutzt, dabei ist nicht jede Kommunikationssituation gleich ein Feedbackgespräch.

Feedback und dessen Bedeutung

​Im eigentlichen Sinne bedeutet Feedback, jemandem eine Rückmeldung über sein Verhalten zu geben, ohne es dabei zu bewerten. In den meisten Fällen beziehen wir uns auf das gesprochene Wort (sprachliches Verhalten), das Auftreten, respektive Benehmen (nonverbales Verhalten), oder auf ein konkretes Ergebnis.

Feedback = Konstruktive Kritik zu einem beobachteten (Fehl-) Verhaltnen.

Feedback = Konstruktive Kritik an einem beobachteten (Fehl-) Verhaltnen.

Was Feedback nicht ist

​​Sobald eine Rückmeldung mit Urteilen, Bewertungen und eigenen Ansichten vermischt wird, können wir nicht mehr von Feedback sprechen. Im ungünstigsten Fall handelt es sich um ein als Feedback getarntes Streitgespräch. Irgendjemand wird dabei immer (emotional) verletzt und nicht selten führt solch eine Situation zu einer Eskalation.

Wir sind der Ansicht, dass Feedback nichts damit zu tun hat, jemandem Boshaftigkeiten um die Ohren zu schlagen. Vielmehr ist eine Rückmeldung zu einem bestimmten (Fehl-) Verhalten so zu gestalten, dass sie konstruktiv wirken kann und niemanden dabei verletzt.

​​Feedbackregeln für ein zielführendes Feedbackgespräch

Jeder Mensch benötigt ab und an einen Blick in den Spiegel, der ihm dabei hilft, seine Selbstwahrnehmung auf den Prüfstand zu stellen. Das Feedbackgespräch ist ein guter Impuls, um das eigene Verhalten ehrlich zu überdenken. 

Ein zielführendes Feedbackgespräch fördert positive Verhaltensweisen und ermöglicht es zugleich, unliebsames Fehlverhalten aus eigener Kraft zu korrigieren.

Feedback richtig annehmen

​Hand auf’s Herz: Wer lässt sich schon gerne kritisieren? Kritik dankbar anzunehmen und systematisch zu reflektieren ist wirklich nicht einfach. Es erfordert schon etwas Mut sowie eine gewisse charakterliche Reife, um konstruktiv mit Kritik umzugehen.

Folgende Aspekte helfen Dir dabei, ehrliches Feedback für Deine Persönlichkeitsentwicklung effektiv zu nutzen:

  1. 1
    ​​Betrachte konstruktive Kritik nicht als persönlichen Angriff oder Maßregelung.
  2. 2
    ​Begreife konstruktive Kritik vielmehr als Hilfestellung für Deine eigene Entwicklung.
  3. 3
    Rechtfertige und verteidige Dein Verhalten nicht.
    ​Es ist zielführend, darüber nachzudenken, ob die Kritik berechtigt ist oder nicht. Überlege Dir, welche Rückmeldung Du annehmen möchtest. Aussagen, die Dir ungerechtfertigt erscheinen, lässt Du einfach unkommentiert stehen.
    Sobald Du als Feedback-Empfänger beginnst, Dein Verhalten zu rechtfertigen, machst Du es Deinem Feedback-Geber unnötig schwer. Häufig entsteht genau dann aus einem vielversprechenden Feedbackgespräch ein widersinniges Wortgefecht.
  4. 4
    Höre aufmerksam und aktiv zu.
  5. 5
    ​Frage direkt nach, wenn Dir etwas unklar ist.
    Rückfragen sind erlaubt. Achte darauf, dass Du Deinem Feedback-Geber nicht ins Wort fällst.
  6. 6
    ​Wenn Du selbst Rückmeldung zu einem bestimmten Verhalten oder einer konkreten Situation haben möchtest, dann bitte Deinen Feedback-Geber darum.
  7. 7
    Beachte in jeder Situation, dass Wahrnehmung rein subjektiv ist.
    Hin und wieder kommt es vor, dass ein konkretes Verhalten in einer bestimmten Situation sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Da ​"Wahrheit​" letztendlich nur die Interpretation unserer Wahrnehmung ist, ist auch die wahrgenommene Wirkung von Mensch zu Mensch selten identisch.

Tipps für schwierige Situationen
Kritik sollte immer ehrlich, konkret und konstruktiv gegeben werden. Gerade in emotionalen Situationen kann es vorkommen, dass der Feedback-Geber beginnt, über sich selbst zu reden, seine Interpretationen zu äußern oder Ratschläge zu geben. Das hat nur wenig mit hilfreichem Feedback zu tun.

Hilf Deinem Feedback-Geber, durch offenes Nachfragen, die Voraussetzungen für ein konstruktives Feedbackgespräch wiederherzustellen. Gute Fragen wären zum Beispiel:

  • "​Welches konkrete Verhalten hast Du wahrgenommen?"
  • "​Was hast Du dabei empfunden?"
  • "Welche Folgen hat es aus Deiner Sicht?"

Konstruktiv Feedback geben

Meist ist es schwieriger, konstruktives Feedback zu äußern, als anzunehmen. Wer eine Rückmeldung geben möchte, sollte den Feedback-Empfänger vorab fragen, ob er bereit ist, Rückmeldung zu erhalten und ob es der richtige Zeitpunkt für ihn ist. Denn Kritik wird nur dann angemessen aufgenommen, wenn beim Empfänger auch die Bereitschaft dazu vorhanden ist.

​Ein zielführendes Feedback kann es nur geben, wenn zwischen Feedback-Geber und -Empfänger eine offene und von gegenseitigem Respekt geprägte Kommunikation möglich ist!

​Die folgenden Punkte solltest Du als Feedback-Geber beherzigen, da sie letztendlich über die Wirksamkeit Deiner Rückmeldung entscheiden:

  1. 1
    ​​​Gib Dein Feedback zeitnah und nicht erst Tage später.
  2. 2
    ​Führe ein Feedbackgespräch nicht unter Zeitdruck.
  3. 3
    ​Gib Dein Feedback verantwortungsvoll und zielführend.
    Beginne stets mit positiven Aspekten, die Dir gut gefallen. Beachte aber, dass Deine Wahrnehmung rein subjektiv ist und nicht immer Beifall finden wird.
  4. 4
    ​Sprich den Feedback-Empfänger direkt an.
  5. 5
    ​​Formuliere Dein Feedback als ​"Angebot​" und stets in der ​"Ich-Perspektive​".
    ​Verstecke Dich nicht nicht hinter ​"Man-Aussagen​" (​"Sowas macht man nicht​!") oder ​"Du-Appellen​" (​"Du solltest in Zukunft...​"). Hilfeiche Formulierungen sind zum Beispiel:​ ​"Mir ist aufgefallen ..​", "Ich habe beobachtet, dass ...​" oder "Mich ärgert es, dass ...​".
  6. 6
    ​​Äußere Deine konkreten Beobachtungen, Fakten und Deine eigenen Gefühle, aber keinesfalls eigene Erlebnisse, Interpratationen oder Vorwürfe.
    Beim Feedback gilt es, auf der Beobachter-Ebene zu bleiben, um mögliche Projektionen und Missverständnisse zu vermeiden. Eine reine Beschreibung hat den Vorteil, dass der Feedback-Empfänger auch kritische Rückmeldungen akzeptieren kann. Ohne die Bewertung seines Verhaltens kann er sich in seiner persönlichen Integrität auch nicht angegriffen fühlen. Die wahrgenommenen (Fehl-) Verhaltensweisen sind dabei immer sachlich zu beschreiben und verständlich zu erläutern.

  7. 7
    ​Unterscheide zwischen der Person und ihrem Verhalten.
    ​An sich ist die Person in Ordnung, ihr Verhalten ist aber verbesserungswürdig. Als Feedback-Geber solltest Du den Feedback-Empfänger nicht bewerten. Das einzige, was Du bewerten kannst, ist Deine Wahrnehmung über ein gezeigtes Verhalten in einer konkreten Situation und zu welchen Folgen es geführt hat. Und genau das ist präzise und offen anzusprechen.

  8. 8
    Beende das Feedbackgespräch mit einer offenen Frage an den Feedback-Empfänger.
    ​​​​Dadurch hast Du die Möglichkeit, die Wirkung Deiner Rückmeldung besser einzuschätzen. Zum Beispiel mit der Frage: ​"Was sagst Du zu meinem Feedback?​".

​Die eigene Kritikfähigkeit reflektieren und verbessern

​Feedback informiert uns darüber, wie andere uns wahrnehmen, erleben und verstehen. Dabei kommt es nicht darauf an, wie etwas gemeint ist, sondern wie es wirkt. Vergleiche doch einmal das Feedback aus Deinem privaten Umfeld mit dem, das Du im Berufsleben erhältst.

Gibt es Gemeinsamkeiten in den Beobachtungen? Welche sind unterschiedlich? Was ist aus Deiner Sicht der Grund dafür?

​Schon das Beherzigen der oben genannten Feedbackregeln und das ehrliche Überdenken des eigenen Verhaltens führen zu einer kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Kritikfähigkeit.

​Hilfreiche Fragen zur Selbstreflexion

  • ​Wann hast Du das letzte Mal um konstruktives Feedback gebeten?
  • ​Was war der Grund dafür?
  • ​Welche Erwartungen hast Du dabei gehabt (positive oder negative)?
  • ​Was hast Du Dir von Deinem Feedback-Geber erhofft?
  • ​Konnten Deine Erwartungen dabei erfüllt werden?
  • Wie hast Du auf das Feedback reagiert?
  • Hast Du Dein Verhalten durch Kritik schon einmal geändert?
  • Falls ja, was konkret?
  • Wie hast Du diese Aspekte vor dem Feedback wahrgenommen?
  • Gab es auch schon Verhaltensweisen, die Du nicht ändern konntest oder wolltest?
  • Was ist die Ursache dafür?
  • Wie schätzt Du Deine Kritikfähigkeit ein?
  • Wann hast Du zuletzt jemanden kritisiert und warum?
  • Wie hast Du Deine Kritik kommuniziert?
  • Was hat der Feedback-Empfänger dabei gefühlt, wie kam Deine Kritik an?
  • Hat sich dadurch die Beziehung (privat oder beruflich) zur anderen Person verändert?
  • Wenn ja, wie genau?

Die Quintessenz

​Konstruktives Feedback ist kein persönlicher Angriff. Es ist eine Rückmeldung, ein Echo, der Spiegel für unsere Verhaltensweisen. Nutze diese Chance zur persönlichen Entwicklung, wann immer sie sich Dir bietet.

Je häufiger Du solch Situationen aktiv suchst, desto besser verstehst Du, warum Dir etwas schwer oder leicht fällt und welche Veränderungen Du angehen kannst. Mach Dir bewusst, wie eine bestimmte Verhaltensweise in einer bestimmten Situation auf andere gewirkt hat und welche Konsequenzen das hatte.

Ob an einer rückgemeldeten (Fehl-)Verhaltensweise dann tatsächlich etwas geändert wird, entscheidet immer der Feedback-Empfänger. Wenn Du offen für andere Meinungen und für ehrliche Kritik an der eigenen Person bist, dann steht der Weiterentwicklung Deiner Kritikfähigkeit nichts im Wege.

​"​​​​​Wenn Leute meinen, ich sei nicht kritikfähig, dann haben sie nur nicht verstanden, dass ich die Kritiker nicht für kritikfähig halte."

​Alpha Fragmentia

​Wann ​wurdest Du das letzte Mal kritisert und ​wie bist Du damit ​umgegangen? W​as sind Deine kostbarsten Erfahrungen?

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Aktualisiert am 24. Juni 2020

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